VERFLUCHT NORMAL
Über den Film
Zusammen mit unserer Kinoretterin Ergotherapie Boizenburg, dem Landkreis Ludwigslust-Parchim, der Diakonie Westmecklenburg-Schwerin und KipsFamLUP.
Film-Café Special: Kaffee und Kuchen ab 15 Uhr.
Im Gespräch: Gitta Böhme, KipsfamLUP zu der Frage: Was bedeutet es eigentlich für eine Familie, wenn ein Familienmitglied mit einer Erkrankung oder einer dauerhaften Belastung lebt – und was brauchen insbesondere Kinder und Jugendliche in diesem Familiensystem?
Dass die Queen ein unkontrollierbares „Problemkind“ mal mit dem Orden des British Empire auszeichnen würde, damit hätte wohl niemand gerechnet, am allerwenigsten John Davidson selbst. In den frühen 1980er Jahren wächst John (Scott Ellis Watson) in einer schottischen Kleinstadt auf. Im Alter von 12 Jahren beginnt unter heftigen Nerven-Tics zu leiden. Unter der erst Jahre später als Tourette-Syndrom diagnostizierten Erkrankung wird sein Leben zu einem endlosen Spießrutenlauf.
Mit Mitte 20 lebt John (Robert Aramayo) noch bei seiner Mutter (Shirley Henderson). Die Nebenwirkungen der starken Medikamente auf die er angewiesen ist, rauben ihm fast jeden Lebensmut, als die zufällige Begegnung mit seinem Schulfreund Murray und dessen Mutter Dottie (Maxine Peake) endlich eine Wendung bringt. Dottie ist Krankenschwester und akzeptiert John, so wie er ist. Sie nimmt ihn in ihrer Familie auf und findet sogar einen Job für ihn als Assistent des Gemeindezentrum-Hausmeisters Tommy (Peter Mullan). Ein aberwitziges Vorstellungsgespräch, bei dem Tommy wie kein anderer auf Johns Tics reagiert, legt den Grundstein für eine innige Freundschaft. Langsam findet John den Mut und die Zuversicht, ein selbstbestimmtes Leben zu führen und erkennt, wie wertvoll seine Erfahrungen auch für andere sind.
DIE GESUNDHEITSFILMTAGE IM KINO-BOIZENBURG
Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Sie entsteht dort, wo Menschen gesehen werden, wo sie mitmachen können und wo über das gesprochen wird, was sie bewegt.
Genau das kann Kino leisten. Es holt uns für zwei Stunden aus dem Alltag, setzt uns neben Menschen, die wir sonst nie kennenlernen würden – und schickt uns danach ins Gespräch. Nicht als Behandlung, sondern als Begegnung.
Die Gesundheitsfilmtage sind eine gemeinsame Idee der Ergotherapie Boizenburg und des
Kino-Boizenburg. Als Kinoretter:in unterstützt die Praxis unser Haus – nicht nur finanziell, sondern mit ihrem Blick auf Teilhabe, Selbstbestimmung und die Bewältigung des Alltags. Aus diesem Blick heraus haben wir vier Filme ausgewählt, die von Menschen erzählen, deren Leben anders verläuft als geplant: von einer Liebe jenseits von Worten und Blicken, von Kunst und psychischer Erkrankung, von der Kraft der Stille und von einem jungen Mann, der mit dem Tourette-Syndrom seinen eigenen Weg findet.
Zu den Terminen laden wir Gäste ein, die aus ihrer Arbeit und ihrem Leben berichten. Sie beantworten Fragen, die man sich sonst nicht traut zu stellen. Denn Vorurteile verschwinden selten durch Aufklärung allein – meist verschwinden sie durch Nähe.
Wir freuen uns darauf, den Oktober mit Ihnen gemeinsam anzuschauen – und anschließend darüber zu reden.
Sara Puchert · Kino-Boizenburg
Sabrina Schuster und Dina Claußen · Ergotherapie Boizenburg
- Regie
- Kirk Jones
- Besetzung
- Robert Aramayo, Maxine Peake, Peter Mullan
- Jahr
- 2026
- Produktionsland
- UK
- Sprache
- D